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Waldbrand

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Waldbrand - ein neues Phänomen?

Waldbrand
©Fotoquelle: Vegetationsbrände.de

In heißeren und trockeneren Weltregionen war das Thema Waldbrand schon immer präsent. In Australien beispielsweise rangiert das Thema Feuervorbeugung und -bekämpfung unter den forstlichen Themen auf dem ersten Platz. Und auch in den Mittelmeer-Regionen (Spanien, Portugal, Griechenland) machen Waldbrände und ihre Bekämpfung alljährlich Schlagzeilen.

Dabei sind Waldbrände durchaus ein natürliches Phänomen. Durch Blitzschlag entstandene Waldbrände schaffen Lücken im Kronendach und damit Licht am Boden, was Pionierpflanzen erst eine Ansiedlung ermöglicht. Fruchtbare Asche fördert das Wachstum. Baumarten mit dicker Borke können Waldfeuer weitgehend unbeschadet überstehen. Manche Baum- und Pflanzenarten benötigen Feuer sogar zur Keimung ihrer Samen (siehe Feuer-Ökologie).

In Mitteleuropa traten Waldfeuer aufgrund des humiden, ausgeglichenen Klimas bis vor wenigen Jahren schlimmstenfalls auf kleiner Fläche auf.

Wie entstehen Waldbrände?

Vegetationsbrände
Grundlagen, allgemeine Brandlehre
Hrsg.: Branddirektion Frankfurt,
HFR, BBK 2024

Mit fortschreitender Klimaerhitzung bekommt das Thema Waldbrand auch in Mitteleuropa zunehmend Bedeutung. Länger anhaltende hohe Temperaturen bewirken einerseits eine Austrocknung der Bodens und der Bodenstreu, andererseits häufigere Gewitter. Dürre stresst und schwächt die Vegetation und begünstig die Vermehrung von Waldschädlingen, was zum Absterben von Bäumen führen kann. Tote Bäumes sind trockene Bäume und führen zu einer Anhäufung von leicht brennbarem Material.

Natürlicherweise in Mitteleuropa dominante Buchen- und Mischwälder sorgten für ein schattig-kühles Wald-Innenklima. Nadelbaum-Reinbestände hingegen sind dazu weniger gut in der Lage. Reinbestandswirtschaft fördert überdies den Schädlingsbefall.

Dürre, Baumsterben und Feuer führen zu größeren Kahlflächen als diese von Natur aus normal wären, was wiederum die Besonnung verstärkt und damit die Verdunstung und Boden-Austrocknung fördert: ein Teufelskreislauf! Verstärkt wird das Waldbrand-Risiko durch den Menschen, denn natürlich entstandene Waldbrände machen geschätzt 5% der Waldfeuer aus. Die weit überwiegende Anzahl von Waldbränden weltweit werden vom Menschen verursacht (Brandrodung, Brandstiftung, Fahrlässigkeit).

Waldbrand-Überwachung

Zur Überwachung von Waldbränden steht heute ein Netz von Frühwarnsystemen zur Verfügung.

Waldbrand-Gefahren-Index
des Deutschen Wetterdienstes
(hier: Tagesaktueller Stand)

Ein sehr nützliches Instrument ist der vom Deutschen Wetterdienst DWD tagesaktuell herausgegebene Waldbrand-Index, der auf dieser Webseite in den kritischen Monaten von März bis Oktober direkt auf der Startseite unter dem Info-Ticker veröffentlicht wird. Laufend wird dieser Index in der WALDBIBLIOTHEK unter WETTER & WARNUNGEN veröffentlicht.

"Der Waldbrand-Gefahrenindex (WBI) verrechnet als stündliche Eingangsgrößen die meteorologischen Elemente Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Niederschlagssumme sowie während der Frühjahrsmonate die tägliche Schneehöhe. Der nachmittägliche Ausgabewert indiziert die potentielle Feuerintensität. Wichtiger Hinweis: Der Waldbrandgefahrenindex ist das meteorologische Potential für die Gefährdung eines Waldes durch Brand. Er ist nicht die Waldbrandwarnstufe vor Ort, die von Landes- oder örtlichen Behörden festgelegt wird."
(Quelle: Deutscher Wetterdienst)

NASA-Waldbrand-Informationssystem
Europäisches Waldbrand-Informationssystem
GEO-INFORMATIONEN

Ob und wo aktuell Waldbrände bereits ausgebrochen sind, kann über die beiden satellitengestützten Plattformen F.I.R.M.S. der amerikanischen Weltraumorganisation NASA und durch das Europäisches Waldbrand-Informationssystem COPERNICUS tagesaktuell eingesehen werden.

Zugang zu beiden Waldbrand-Informationssystemen haben Sie in der WALDBIBLIOTHEK unter GEO-INFORMATIONEN.
Die Waldbrand-Gefahrenkarte finden Sie in der WALDBIBLIOTHEK auch unter WETTER.
Für das Handy gibt es die WarnApp Fire-Alert. Sie warnt, wenn potenzielle Brände in einem vom Nutzer definierten Gebiet von NASA-Satelliten entdeckt werden (siehe: WALD-APPS in der WALDBIBLIOTHEK.
)

Waldbrand-Informations- und Koordinations-Plattformen

Plattform
Integriertes
Waldbrandmanagement

Plattformen

Waldbrandbekämpfung kann nicht alleine die Aufgabe von Forstverwaltung oder Feuerwehr sein. Vielmehr ist eine Vernetzung aller Akteure der Waldbrandvorbeugung und -bekämpfung notwendig.

Der Informationsaustausch und die enge Kooperation werden durch Waldbrand-Plattformen unterstützt:

  • Integriertes Waldbrandmanagement BW
    • Waldbrandmanagement-Informationssystem (WAMIN) (Zugriff für Akteure und Einsatzkräfte wie Feuerwehr, Polizei, Forstverwaltung)
  • Vegetationsbraende.de
    (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Feuerwehr Frankfurt, Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg)

Plattform
Vegetationsbraende.de

Waldbrand-Vorbeugemaßnahmen

Waldbrandprognose
Quelle: FVA BW

Gesellschaft / Politik
Die beste Waldbrand-Vorbeugung sind wirkungsvolle Gegenmaßnahmen gegen die Klimaerhitzung, vor allem die konsequente Reduzierung des Ausstosses von klimaschädlichen Gasen (Kohlendioxid, Methan) in die Atmosphäre (Heizung, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft), denn diese bewirkt weltweit rasch zunehmende Extremwetter-Situationen wie langaltende Dürren oder Stark-Niederschläge.

Waldbesucher
Durch Kenntnis möglicher Waldbrandgefahr, umsichtigem Verhalten und der Kenntnis einiger Verhaltensregeln kann jeder Waldbesuchende eine entscheidenden Beitrag zur Vermeidung von Waldbränden leisten. Zwar können Waldbrände auch natürliche Ursachen (z.B. Blitzschlag) haben, aber als häufigste Waldbrandursachen nennt Statista Brandstiftung und Fahrlässigkeit.

Forstwirtschaft / Waldbesitzer
Waldwirtschaftliche Maßnahmen sind die Anwendung der Prinzipien naturnaher Waldwirtschaft (z.B. konsequente Förderung von Laubmischwäldern) Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Wald und weitere Anpassungsstrategien an den Klimawandel.

Poster
Helfen Sie Waldbrände zu verhindern
LFV BW u.a.

Wichtig ist es, sowohl die akute Waldbrandgefährdung als auch bereits ausgebrochene Feuer frühzeitig zu erkennen, um Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Dazu erstellt der Deutsche Wetterdienst tagesaktuell den Waldbrandgefahrenindex (WBI).Er beschreibt das meteorologische Potential für die Gefährdung durch Waldbrand und berücksichtigt Wetterdaten wie Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit.

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) nennt exemplarisch folgende konkreten Vorbeugemaßnahmen (Waldwissen.net):

  • Mit Feuerwehr Abläufe vorbereiten und üben:
    • Eigene Löschversuche vor Eintreffen der Feuerwehr
    • Feuerwehr zum Brand führen
    • Unterstützung der Feuerwehr
    • Brandwache nach Feuer
  • Anhand von Risikokarten Schutzgüter und schnell brennbare Waldflächen darstellen
  • Waldbrandkarte für Feuerwehren erstellen und aktuell halten (Schutz- u. Gefahrenorte, Löschressourcen)
  • Waldbrandschulung von Forstwirt/-innen
  • Waldbrandgefahrenindex (WBI) und Wetter beachten
  • Sperrung von Feuerstellen bei hohem WBI
  • Kontrollgänge von Risikoorten mit Ausrüstung für Erstbekämpfung

Waldbrand-Bekämpfung

Das Ziel der Waldbrandbekämpfung ist die Verhinderung von Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Zudem leistet sie einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt. Grundsätzlich stehen der Schutz und die Sicherheit der Einsatzkräfte bei der Bekämpfung im Vordergrund.

Waldbrandbekämpfung
hier: Zangenangriff an beiden Flanken
Quelle: Vegetationsbrände.de

Nach einer intensiven Lage-Erkundung sind offensive oder defensive Bekämpfungsstrategien in Erwägung zu ziehen. Wichtigstes Ziel der Bekämpfung ist die Verhinderung des Feuerübersprungs vom Boden auf die Baumkronen und damit das Auslösen eines Vollbrandes. Durch hoch steigende heiße Luft können Funken z. B. von Zapfen, Moos, Holzkohle oder Birkenrinde weit nach oben getragen werden und dann bis zu 400 m weit vor der Feuerfront neue Brände entzünden. Somit können durch Flugfeuer auch breite Laubholzriegel übersprungen werden. Anders als bei Gebäudebränden wird bei der Wald- und Flächenbrandbekämpfung in erster Linie gegen die Ausbreitung des Brandes vorgegangen. In den seltensten Fällen können Flächen vollständig abgelöscht werden. Die Bekämpfungsstrategie zielt vorrangig auf die Eindämmung von Bränden ab.

Gängige Praxis bei der Brandbekämpfung in Deutschland ist der direkte offensive Angriff der Feuerfront mittels Löschmannschaften, Löschfahrzeugen und/oder Löschwasserabwürfen. Der Löschangriff gegen die Windrichtung auf die Feuerspitze erreicht die höchste Effektivität, ist aber aufgrund schwer einschätzbarer Ausbreitungsgeschwindigkeit nicht ohne Risiko.

Ist ein direkter Angriff nicht möglich, weil die Flammen zu hoch schlagen oder gar die Fläche mit Munition kontaminiert ist, werden Flächen defensiv bekämpft. Durch das Anlegen von Feuerschneisen (Wundstreifen) oder Nutzung vorhandener feuerfester Barrieren (Straßen, Wege) soll das Feuer angehalten werden.

(Quelle und vertiefte Darstellung von Feuer-Bekämpfungsarten: Strategien der Waldbrandbekämpfung (FVA BW)

Innovationen

Da das Thema Waldbrandbekämpfung durch den Klimawandel von Jahr zu Jahr relevanter wird, wird auch an innovativen Lösungsansätzen geforscht. Ein neues Verfahren entwickelt die Münchener Firma CAURUS mit dem digital geleiteten Dispersionlöschen aus der Lufe, das ermöglichen soll, Waldbrände bis zu zehnfach effizienter zu löschen.

Öffentlichkeitsarbeit

Da die meisten Waldbrände menschliche Ursachen haben, kommt der Aufklärung der Öffentlichkeit über die Waldbrandgefahr große Bedeutung zu. Als Beispiel sollen hier verschiedene Poster dienen, die die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt erarbeitet hat: